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Stellungnahme des Gemeinderates der KHG Edith Stein zum Bildungsstreik

Als Kirche an der Hochschule erklären wir uns solidarisch mit den Grundanliegen des Freiburger Bildungsstreiks.

Wir erachten es als unabdingbar, das der Bildung zu Grunde liegende Menschenbild zu diskutieren und unterstützen diese erste Forderung des Freiburger Bildungsstreiks ganz besonders. Das Studium darf nicht nur nach seinem wirtschaftlichen Nutzen beurteilt werden. Es dient nicht ausschließlich dem Erwerb konkreter beruflicher Qualifikationen, sondern auch und insbesondere der Persönlichkeitsbildung. Daher muss das Studium Raum geben, in Diskussionen und Austausch, in fachfremden Veranstaltungen und in sozialem, politischem, gesellschaftlichem Engagement Kompetenzen zu entwickeln und Erfahrungen zu sammeln, die über reines Fachwissen hinaus gehen. Eine Gesellschaft, der die Menschen wichtig sind und nicht nur ihr wirtschaftlicher Nutzen, braucht Entscheidungsträger, die während ihrer Ausbildung diese Möglichkeiten zur Persönlichkeitsbildung hatten.

Die Zeit des Studiums dient auch der Suche nach den eigenen Fähigkeiten und der Orientierung nach beruflichen Perspektiven. Es muss möglich sein, sich während der Zeit des Studiums, in Krisen oder bei Scheitern, wieder neu und anders zu orientieren, ohne das Studium insgesamt in Frage zu stellen. Daher ist eine höhere Flexibilisierung der modularisierten Studiengänge nötig, die den Wechsel in andere Studiengänge erleichtert, und Ortswechsel, sowie ein Studium in Teilzeit ermöglicht, damit auch Studierenden mit Kind, sowie Studierenden, die neben dem Studium ihren Lebensunterhalt verdienen müssen, ein Studium möglich ist.

Das finanzielle Risiko eines Studiums muss für jeden unabhängig vom Einkommen der Eltern tragbar sein.

Studierende aller Fächer brauchen die Sicherheit, dass ihr Bachelor
als berufsqualifizierender Abschluss anerkannt wird oder sie sicher in
das Masterstudium übernommen werden.

Freiburg, Dezember 2009

Stellungnahme zum Download als [PDF].